Lebensader Stadt
Eine Exkursion zum Augsburger Welterbe-Wassermanagement des Leistungsfachs Geographie

 

Am 19. März 2026 unternahm das Leistungsfach Geographie passend zur Weltwasserwoche (16.-22. März 2026) eine Exkursion zum Welterbe-Infopoint des Augsburger Wassermanagement-Systems. Ziel der Exkursion war es, zentrale Inhalte des Lehrplans praxisnah zu vertiefen und die vielfältige Bedeutung der Ressource Wasser sowie deren nachhaltige Nutzung direkt vor Ort zu vertiefen und das Augsburger Wassermanagement-System als lebendiges Fallbeispiel zu begreifen.

Bereits im Unterricht hatten sich die Schülerinnen und Schüler intensiv mit Themen wie nachhaltigem Wassermanagement, Trinkwasserschutz sowie den Auswirkungen menschlicher Eingriffe in den Wasserhaushalt beschäftigt. Die Exkursion bot nun die Gelegenheit, diese theoretischen Grundlagen anhand eines realen und historisch gewachsenen Beispiels zu überprüfen und zu erweitern.

Unter der fachkundigen Leitung von Mitarbeiterin Kristen Gast tauchte der Kurs tief in die Geschichte und Gegenwart der Augsburger Wasserwirtschaft ein. Das zentrale Exponat – ein detailliertes Modell des Systems – diente als roter Faden, der uns die komplexen Zusammenhänge zwischen Geographie, Technik und Stadtentwicklung verdeutlichteund somit anschaulich in die Besonderheiten des Augsburger Wassermanagement-Systems einführte. 

Dabei wurde insbesondere die außergewöhnliche geografische Lage Augsburgs hervorgehoben: Die Stadt profitiert von ihrer Position zwischen den Flüssen Lech, Wertach und Singold sowie von reichhaltigen Grundwasservorkommen unter den Schotterflächen im Süden und zahlreichen Quellen im Stadtwald. Gleichzeitig stellte die Lage der Innenstadt auf einer Hochterrasse eine technische Herausforderung dar, da das Wasser zur Versorgung in höher gelegene Stadtteile transportiert werden musste.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf den insgesamt 22 Objekten des UNESCO-Welterbes, die die lange Entwicklung und Bedeutung der Wasserwirtschaft in Augsburg dokumentieren. Besonders eindrucksvoll war die historische Trennung von Trink- und Brauchwasser, die bereits im Jahr 1545 umgesetzt wurde – ein früher Meilenstein für Hygiene und Gesundheit. Mithilfe von Wassertürmen und ausgeklügelter Fördertechnik gelang es, sauberes Trinkwasser in Haushalte und öffentliche Brunnen zu leiten.

Auch die wirtschaftliche Bedeutung des Wassers wurde deutlich: Ein weit verzweigtes Kanalsystem durchzieht die Stadt und wurde über Jahrhunderte hinweg stetig erweitert. Es diente nicht nur der Energiegewinnung durch den Antrieb von Mühlen und Hammerwerken, sondern auch der Abfallentsorgung und der Verbesserung hygienischer Bedingungen. Später bildete die Nutzung von Wasserkraft eine wichtige Grundlage für die Industrialisierung, insbesondere für die Entwicklung des Augsburger Textilviertels. Die dort eingesetzten Turbinen veranschaulichen bis heute den technischen Fortschritt.

Neben funktionalen Aspekten wurde auch die kulturelle Bedeutung des Wassers thematisiert. Die prachtvollen Monumentalbrunnen der Stadt zeugen vom einstigen Reichtum Augsburgs, der eng mit seiner Wasserwirtschaft verknüpft ist. Darüber hinaus wurde die Entwicklung moderner Wasserversorgungssysteme, wie das Wasserwerk von 1879, vorgestellt, das durch die Nutzung von Grundwasser und neue technische Verfahren die Hygienestandards erheblich verbesserte.

Ein Blick in die jüngere Geschichte zeigte, dass Wasser auch im 20. Jahrhundert eine wichtige Rolle spielte, etwa beim Bau der Kanustrecke für die Olympischen Spiele 1972. Diese Anlage ist bis heute von Bedeutung und wird im Zusammenhang mit möglichen zukünftigen Olympiabewerbungen erneut diskutiert.

Zentral war schließlich die Botschaft des Augsburger Welterbes: Der Anspruch auf einen allgemeinen und gerechten Zugang zu sauberem Trinkwasser sowie die Notwendigkeit nachhaltiger und bezahlbarer Energieversorgung. Diese Leitgedanken knüpfen direkt an die im Unterricht behandelten Themen an und verdeutlichen deren globale Relevanz.

Der Besuch war keineswegs eine rein passive Veranstaltung, denn die Exkursion war methodisch vielfältig gestaltet. Neben dem Vortrag arbeiteten die Schülerinnen und Schüler eigenständig gezielt mit Modellen, Filmen, Bildvergleichen, Satellitenaufnahmen, historischen Quellen und Informationstafeln. Dadurch konnten sie geographische Arbeitstechniken praktisch anwenden und ihre Analysefähigkeiten weiterentwickeln.

Insgesamt wurde die Exkursion von allen Teilnehmenden als sehr gelungen empfunden. Sie stellte eine echte Arbeitsexkursion dar, die nicht nur das im Unterricht erworbene Wissen anschaulich vertiefte, sondern auch neue Perspektiven eröffnete und das Verständnis für die komplexen Zusammenhänge im Umgang mit der Ressource Wasser nachhaltig stärkte.

Dr. Isabel Hörmann

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